2G-Abschaltung

Vermeiden Sie den Blindflug
Sicher in die Zukunft
Nach über 30 Jahren steht die endgültige Stilllegung der 2G-Netze (GSM/GPRS) bevor. Die Mobilfunkprovider räumen die genutzten Frequenzen konsequent frei, um dringend benötigte Kapazitäten für die modernen Standards 4G/LTE und 5G zu schaffen. Was technologisch ein Fortschritt ist, bedeutet für bestehende Anlagen eine kritische Frist.
Ersetzen Sie 2G-Technik durch moderne, NIS2-konforme Fernwirklösungen.
Was passiert wann?
GPRS war der Wegbereiter für die moderne M2M- und IoT-Kommunikation
Erstmals konnten Anlagen, Stationen und Bauwerke dauerhaft online mit einer zentralen Leittechnik vernetzt werden. Diese Fernwirk-Lösungen laufen seit Jahren stabil und zuverlässig. Viele Betreiber wiegen sich in falscher Sicherheit. Doch Vorsicht:
- Der Unterschied zu 3G: Bei der Abschaltung des 3G-Netzes konnten viele Geräte noch auf das (langsamere) 2G-Netz ausweichen.
- Die Sackgasse: Mit der 2G-Abschaltung fällt dieser letzte „Rettungsanker“ weg. Es gibt keine tiefere Netz-Ebene mehr, auf die ein altes Modem zurückgreifen könnte.
„Beim 2G-Aus gibt es, anders als bei der 3G-Abschaltung, keinen Rettungsanker.“
- Fazit: Ohne eine rechtzeitige Umstellung auf 4G- oder 5G-Komponenten sind dauerhafte Sendeausfälle vorprogrammiert.
- Einordnung: Die Zeitpläne variieren je nach Provider und Region. Während einige Betreiber bereits konkrete Stichtage nennen, halten sich andere noch bedeckt. Klar ist jedoch: Die Planung für den Rückbau läuft flächendeckend.

Telekom
Abschaltung bestätigt
September 2028

Vodafone
Abschaltung bestätigt
September 2028

Telefonica
Abschaltung in Klärung
Kein Enddatum kommuniziert
Der aktuelle Stand der jeweiligen Netzbetreiber* ist auf der Website der Bundesnetzagentur einsehbar.
* 1&1 nutzt für 2G, 3G, 4G sowie 5G SA ausschließlich Roaming. Der Aufbau eines eigenen 5G-NSA-Netzes läuft seit Dezember 2023.
Bin ich von der Abschaltung betroffen?
Machen Sie den Schnell-Check
Der Mobilfunk bildet das Rückgrat der Fernwirktechnik zu Ihren Außenstationen. Fällt das 2G-Netz weg, droht der „Blindflug“. Auch die SMS-Alarmierung der Leittechnik basierte lange Zeit auf 2G (GSM) und sollte geprüft werden.
Konnektivität
- Ihre Situation / Ausstattung: Wir nutzen 2G oder 3G
AKUT: Die Verbindung wird ersatzlos abgeschaltet. Handlungsbedarf besteht sofort. - Ihre Situation / Ausstattung: Wir nutzen bereits 4G (LTE)
PRÜFUNG NÖTIG: Sind auch die SIM-Karten 4G-fähig? Alte SIMs blockieren oft moderne Hardware. - Ihre Situation / Ausstattung: Wir nutzen einen SMS-Störmelder als Fernwirktechnik
AKUT: Ihre Störmelder nutzen GSM (2G). Dieses Netz wird abgeschaltet. - Ihre Situation / Ausstattung: Unbekannt
HOCH: Blindflug-Gefahr. Ohne Inventur ist ein Ausfall unvorhersehbar.
Hardware
- Ihre Situation / Ausstattung: Modems
AKUT: Klassische Modems sind meist rein 2G/3G-basiert. Upgrade auf moderne Router zwingend. - Ihre Situation / Ausstattung: Router, Datenlogger
PRÜFUNG NÖTIG: Unterstützt das Modul 4G? Ist der Funkstandard zukunftssicher eingestellt?
Alarmierung
- Ihre Situation / Ausstattung: Per SMS
AKUT: SMS-Versand über 2G/3G entfällt. Keine Alarme mehr bei Hochwasser oder Ausfall. Prüfen, ob SMS-Alarmierung bereits auf 4G basiert.
Sicherheit
- Ihre Situation / Ausstattung: Kritische Infrastruktur (KRITIS)
AKUT: Unter NIS2 ein Compliance- und Audit-Risiko. 2G-Technik erfüllt nicht den Stand der Technik.
Skalierung
- Ihre Situation / Ausstattung: Mehrere Stationen
PLANUNG: Je mehr Stationen, desto länger der Vorlauf für Budget und Techniker.
Jetzt Kapazitäten sichern.
Warum jetzt handeln?
In 3 Schritten zur sicheren Migration
So gehen Sie am Besten vor

Wer ist Ihr zuständiger Ansprechpartner?
Verantwortung nach Bausteinen
| Ebene / Baustein | Was wird benötigt? (Voraussetzungen) | Partner & Ansprechpartner | Ihre Verantwortung |
|---|---|---|---|
| Signal & Netz | 4G/5G Netzabdeckung Stabiles Signal am Standort (ggf. Antennentechnik prüfen) | Netzbetreiber (Telekom, Vodafone, Telefónica) | Verfügbarkeit prüfen (Zeitpunkt der 2G/3G Abschaltung beachten) |
| Zugang | Aktuelle SIM-Karte & Tarif LTE-fähige SIM-Karten und passende M2M-Datentarife | Provider (z.B. Telekom, Vodafone, IoT-Reseller) | Kartenbestand und Verträge prüfen Ggf. Austausch veranlassen |
| Hardware und Fernwirktechnologie | 4G-fähige Fernwirktechnik Modems, Router, Datenlogger oder Fernwirkstationen mit 4G-Modulen | Systemintegratoren / Planer / FlowChief | Inventur durchführen Veraltete Bauwerke als Grundlage für Modernisierung identifizieren |
| Zentrale | FlowChief Prozessleitsystem Aktuelle Versionen | Systemintegratoren / FlowChief | Update durchführen Softwareseitige Anpassung an neue Hardware sicherstellen |
Fragen und Antworten
Was Sie noch zum Thema wissen sollten
Wie zukunftssicher ist 4G (LTE) für industrielle Anwendungen?
LTE bildet aktuell die robuste Basis für industrielle IP-Anwendungen (Fernwirken, VPN, Datenlogger). Es bietet eine breite Verfügbarkeit und wird noch über Jahre der Standard bleiben. 5G ist eine Ergänzung für High-Speed-Szenarien, für reine Fernwirktechnik aber oft nicht zwingend nötig.
Ich nutze noch 3G-Router, die problemlos laufen. Warum handeln?
Das ist ein Trugschluss. Da 3G in Deutschland bereits 2021 abgeschaltet wurde, laufen diese Geräte aktuell im „Fallback-Modus“ auf 2G. Sobald 2G abgeschaltet wird, gehen diese Geräte offline. Es gibt keinen weiteren „Rettungsanker“ nach unten.
Wie finde ich heraus, welches Netz mein Router/Modem aktuell nutzt?
Prüfen Sie einen der folgenden Punkte:
- Weboberfläche (UI): Suchen Sie unter „Status“ oder „Mobilfunk“ nach Access Technology (LTE/4G vs. GSM/GPRS/EDGE).
- Signalwerte:
- LTE/4G: RSRP/RSRQ/SINR
- 3G: RSCP/EcNO
- 2G: RSSI + „GSM/EDGE/GPRS“
- Hardware-Check: Typenschild oder Datenblatt prüfen (unterstützte Standards: LTE/4G).
Wie finde ich heraus, ob meine eingesetzten FlowChief Logger 2G oder 4G Logger sind?
Prüfen Sie das Typenschild am Gerät, die ursprüngliche Rechnung oder die Artikelnummer in Ihren Unterlagen. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Ansprechpartner auf.
Mein Router kann LTE, hängt aber trotzdem im 2G-Netz. Woran liegt das?
- SIM/Tarif: LTE ist auf der Karte nicht freigeschaltet.
- Empfang: Das LTE-Signal ist am Standort zu schwach, das Gerät wählt das stärkere 2G-Signal.
- APN: Falsche APN-Einstellungen verhindern die Einwahl ins 4G-Netz.
- Konfiguration: Der Netzmodus steht auf „Auto“ ohne Priorisierung.
- Lösung: Netzmodus testweise auf „LTE only“ setzen und APN-Einstellungen prüfen.
Was muss ich bei SIM-Karten beachten?
- Tarif: LTE/5G muss explizit freigeschaltet sein.
- SIM-Formfaktor: Standard/Mini/Micro/Nano bzw. eSIM (je nach Gerät).
- Alter: Sehr alte SIM-Karten unterstützen oft technisch kein 4G/5G (Austausch nötig).
- Vorsicht:
- Manche Anbieter versenden bereits „neue SIM Karten“ die das 2G Netz nicht mehr unterstützen.
- Typ: Vorsicht bei Multi-SIMs oder Roaming-Karten – diese buchen sich manchmal nicht korrekt ins 4G-Netz ein.
Welche Rolle spielt die Antenne beim Wechsel auf 4G?
Eine entscheidende. Alte Antennen decken oft nicht die notwendigen Frequenzbereiche für LTE ab.
- Prüfen Sie Frequenzbereich, Stecker und Kabellänge (Dämpfung).
- LTE-Router profitieren massiv von MIMO-Antennen (2 Antennenanschlüsse).
Mehr Infos zu den FlowChief Antennen finden sie hier.
Was passiert mit Regionen, die bislang nur 2G-Empfang haben?
Die Telekom plant, diese „weißen Flecken“ vor der Abschaltung mit 4G/5G zu versorgen.
- Wichtig: „Netz verfügbar“ (laut Karte) bedeutet nicht automatisch „Empfang im Schaltschrank“.
- Handlung: Messen Sie die Signalwerte vor Ort real aus und planen Sie ggf. Außenantennen ein.
Warum reicht ‘Abwarten’ oft nicht?
Eine Migration ist mehr als nur ein Geräteaustausch. Faktoren wie Lieferzeiten, Anpassung der Leittechnik, Port-Konfigurationen, VPN-Tunnel und Vor-Ort-Tests benötigen Zeit. Wer bis zum Schluss wartet, riskiert Ausfälle und hohe Kosten durch Ad-hoc-Maßnahmen.
Ist es sinnvoll, auf die Abschaltung von O2 zu warten?
Nein. Auch wenn O2 noch kein fixes Datum nennt, ist die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter (oft mit schlechterer Abdeckung in ländlichen Bereichen) für kritische Infrastruktur (KRITIS) ein hohes Risiko.
Wie gehe ich das Projekt am besten an?
- Inventur: Welche Stationen nutzen noch 2G/GPRS oder alte SMS-Alarmierung?
- Priorisierung: Welche Anlagen sind kritisch? Wo hängen Alarmketten dran?
- Budget: Wann ist das nächste Investitionsfenster?
Was heißt ‘NIS2-ready’ bei IoT-Kommunikation bzw. Fernwirktechnik?
NIS2 ist kein Produktmerkmal, sondern ein Sicherheitsstandard. Dazu gehören:
- Asset-Übersicht und Zugriffskontrolle.
- Sichere Fernzugriffe (z. B. VPN, keine offenen Ports).
- Patch-Management für Router. Der Wechsel auf 4G-Router ist der ideale Zeitpunkt, um diese Security-Baseline zu implementieren.
Gibt es Alternativen zu LTE/5G?
- LTE-M: Gut für kleine Datenmengen, oft bessere Gebäudedurchdringung – aber schwierig für VPN/IPsec.
- NB-IoT: Gut für kleine Datenmengen, hohe Gebäudedurchdringung – Nicht geeignet für fixe TCP Verbindungen.
- Festnetz (DSL/Glasfaser): Oft am stabilsten, wenn verfügbar.
- Richtfunk/Satellit/LoRaWAN: Nischen für spezielle Use Cases, abhängig von Latenz / Security/ Standort.
- 450MHz: Schwarzfallsichere Netze speziell für KRITIS und Versorger – Netz befindet sich im Ausbau, Eigene Router mit 450MHz Technologie nötig, Anbindung meist über zentrale Firewall und Site to Site VPN.
- Eigene Netze: Maximal kontrollierbar, aber aufwändiger.
Wie sieht es im Ausland (DACH/EU) aus?
- Schweiz: 2G ist bereits komplett abgeschaltet.
- Österreich: Kein fixes Abschaltdatum für 2G, aber 3G wird bis Ende 2025 abgeschaltet.
- EU: Sehr unterschiedlich. Wer grenzüberschreitend agiert, muss sich auf einen Flickenteppich an Abschaltterminen zwischen 2025 und 2030 einstellen.
Noch Fragen zum 2G-Aus?
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Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wo bei Ihnen Handlungsbedarf besteht. Schreiben Sie uns einfach – wir geben Ihnen schnell eine klare Einschätzung und zeigen den nächsten Schritt auf.
