Standard: digitale Betriebstagebücher

Standard: digitale Betriebstagebücher

Wenn das Betriebstagebuch mehr kann als dokumentieren

Wie die Kläranlage Gläserzell mit FlowChief den Anlagenbetrieb, EKVO Hessen und Transparenz neu verbindet

Dokumentation ist Pflicht. Transparenz ist die Kür.
Digitale Betriebstagebücher sind heute Standard.

Was jedoch oft fehlt, ist der echte Mehrwert für den Anlagenbetrieb. Zu viele Systeme erfassen Daten, ohne sie nutzbar zu machen. Zu viele Auswertungen entstehen erst im Nachgang. Und zu oft bleibt das Betriebstagebuch ein Werkzeug für die Ablage – nicht für Entscheidungen.

Projekt im Überblick

Beispielhafte Ansicht des FlowChief Web-Betriebstagebuchs mit zentraler Übersicht über Betriebsdaten, Messwerte und Auswertungen.

Einblick in das FlowChief Web-Betriebstagebuch

Ihre zentrale Übersicht über Betriebsdaten

Das FlowChief Web-Betriebstagebuch

Ein System, das im Betrieb gedacht ist

Im Mittelpunkt steht das webbasierte Betriebstagebuch von FlowChief, das konsequent aus dem Blickwinkel des Anlagenbetriebs entwickelt wurde.

„Das webbasierte Betriebstagebuch von FlowChief begleitet und erleichtert uns den gesamten Arbeitstag. Wir bleiben im System – vom Messwert bis zur Auswertung.“

Carsten Engel

stv. Betriebsleiter Klärwerke

Klaeranlage-Glaeserzell-R-Karpe

Was den Unterschied macht

  • Teamübergreifend nutzbar
    Alle Beteiligten – vom Schichtpersonal über Labor bis zur Betriebs- und technischen Leitung – arbeiten mit derselben aktuellen Datenbasis.
  • Labormessungen direkt erfassen

    Labordaten werden strukturiert und normgerecht direkt im System erfasst.
  • Messwerte sofort visualisiert

    Betriebs- und Labordaten werden unmittelbar grafisch dargestellt.
  • Automatische Kennzahlenberechnung

    Relevante Kennzahlen (z. B. Frachten, spezifische Belastungen, Trockenwetterkennwerte) werden automatisch aus den vorhandenen Mess- und Betriebsdaten berechnet, inkl. sofortigem Feedback.
  • Durchgängiges Arbeiten über das Kontextmenü

    Vom Gesamtüberblick über eine Anlage oder einen Zeitraum kann direkt in Detailansichten, Einzelmesswerte, Laborproben oder Berechnungsgrundlagen gesprungen werden – ohne System- oder Medienwechsel.
  • Fremdwasserberechnung direkt aus dem System – bundeslandspezifisch

    Die Fremdwasserberechnung erfolgt automatisiert auf Basis der vorhandenen Messdaten und berücksichtigt bundeslandspezifische Anforderungen.

Das Ergebnis: Das Betriebstagebuch wird vom Pflichtwerkzeug zum aktiven Steuerungsinstrument

Automatisierung, die Zeit schafft

und Vertrauen in Daten

FlowChief übernimmt die automatische Berechnung zentraler Kennzahlen wie Frachten und Trockenwettermengen. Was das im Alltag bedeutet:

weniger manuelle Routinen
weniger Fehlerquellen
mehr Vertrauen in die Datenbasis

Gerade für Entscheider ist das entscheidend: Verlässliche Kennzahlen auf Knopfdruck – direkt aus dem laufenden Betrieb.

Wenn Standards nicht reichen: FlowChief deckt spezielle Anforderungen ab

Automatische Wetterschlüssel

FlowChief ermittelt und ordnet Wetterschlüssel vollautomatisch auf Basis der erfassten Messwerte zu, ohne manuelle Eingriffe.

Automatische Probenmessungen aus Online-Messungen im Ablauf

FlowChief verarbeitet Probenmessungen direkt aus der Online-Messtechnik und wählt dabei automatisch die 2-Stunden-Werte aus, wie es von der oberen und unteren Wasserbehörde (Regierungspräsidium; Landkreis) gefordert wird. Gerade bei hessischen Sonderanforderungen zeigt sich der Unterschied: FlowChief bildet nicht nur Standards ab, sondern ermöglicht die praxisnahe Umsetzung spezieller behördlicher Vorgaben.

Warum sich die Kläranlage Gläserzell für FlowChief entschieden hat

Der Mehrwert

FlowChief steht für einen klaren Mehrwert im Anlagenbetrieb:

Transparenz statt Datensilos
Automatisierung statt manueller Routinen
Rechtssicherheit ohne Zusatzaufwand
Ein System, das mitdenkt – auch bei Sonderfällen

Damit wird FlowChief zum zentralen digitalen Rückgrat der Kläranlage.

Vom Lesen zur eigenen Erfahrung

Die Kläranlage Gläserzell zeigt, wie ein webbasiertes Betriebstagebuch den Unterschied macht – im täglichen Betrieb, in der Auswertung und bei der rechtssicheren Dokumentation. Doch der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn man das System selbst erlebt.
Im FlowChief Live-System sehen Sie, wie Messwerte zusammenlaufen, Kennzahlen automatisch entstehen und wie aus Dokumentation ein aktives Werkzeug für den Anlagenbetrieb wird. So erhalten Sie einen realistischen Eindruck davon, wie FlowChief den Arbeitsalltag unterstützt – vom einzelnen Messwert bis zur fundierten Entscheidung.

Überzeugen Sie sich selbst davon

wie ein digitales Betriebstagebuch zum Steuerungsinstrument wird.

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Insights, Updates und Know-How
rund um FlowChief

Energiemanagement leicht gemacht

Energiemanagement leicht gemacht

So optimiert die Verbandsgemeinde Alzey-Land ihren Energieverbrauch

Projekt: Verbandsgemeinde Alzey-Land
Endkunde: Verbandsgemeinde Alzey-Land
Produkte: e-Gem Energiedatenmanagement
Branche: Kummunales Energiemanagement
Technologie Partner: Ingenieurbüro H.Lertes GmbH & Co. KG

Die Verbandsgemeinde Alzey-Land zeigt, wie effizientes Energiemanagement in der Praxis funktioniert: Mit einem zentralen System, das alle Energieverbräuche bündelt, visualisiert und direkt nutzbar macht. Verantwortliche können schnell Trends erkennen, Einsparpotenziale ableiten und Fördermaßnahmen gezielt planen.

Alles im Blick

zentrales Dashboard

Ein zentrales Dashboard bietet einen übersichtlichen Gesamtüberblick über Strom-, Erdgas- und Wasserverbräuche aller kommunalen Liegenschaften. Gleichzeitig dient es als zentrale Navigationsoberfläche, über die die Dashboards der einzelnen Liegenschaften direkt aufgerufen werden können.

Abbildung 1: Gesamtübersicht der Strom-, Erdgas- und Wasserverbräuche über alle Liegenschaften der Kommune

Seit dem Projektstart am 4. Juli 2024 werden inzwischen 100 Zähler überwacht. Darunter Strom-, Wasser-, Wärme- und Gaszähler, erfasst über LoRaWAN-Gateways und Handwerteingaben. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Lertes GmbH & Co. KG, das das LoRaWAN-Netz und die Messtechnik lieferte sowie beim Aufbau und der Inbetriebnahme der Energiemesstechnik unterstützte.

Karl Christian Kopf

Mit FlowChief haben wir all unsere relevanten Energiemessdaten an einem Ort gebündelt. Unser Aufwand für manuelle Ablesungen wurde minimiert und wir sparen uns wertvolle Arbeitszeit. Wir können uns stärker auf die Überwachung der wichtigen Aspekte des Energiemanagements und entsprechende Maßnahmen zur Optimierung fokussieren.

Karl Christian Kopf
Verbandsgemeinde Alzey-Land

Ein weiteres Highlight: Bestehende Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre lassen sich problemlos importieren, sodass die historische Basis für Vergleiche und Trendanalysen sofort zur Verfügung steht.

Zentrale Stelle für Monitoring, Navigation und Engineering

Über einen zentralen Systembereich kontrollieren die Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Alzey-Land ihr gesamtes Energiemanagement. Von hier aus erfolgt das laufende Monitoring aller relevanten Energiedaten ebenso wie die Navigation zwischen Datenerfassung, Energiedatenmanagement und fundierten Auswertungen der einzelnen Liegenschaften.

Gleichzeitig dient dieser Bereich als Arbeitsgrundlage für das Engineering. Strukturen, Messkonzepte, Auswertungen und Berichte lassen sich hier aufbauen. Auf diese Weise erfolgt die Datenerfassung, Validierung, und das Energiedatenmanagement in einem System. Dadurch wird nicht nur eine schnelle Auswertung ermöglicht, sondern auch eine effiziente Arbeitsweise in der täglichen Anwendung.

Abbildung 2: Karl Christian Kopf, Energiemanager der Verbandsgemeinde Alzey-Land, arbeitet mit FlowChief

Individuelle Dashboards für jede Liegenschaft

Für jede Liegenschaft wurde ein separates Dashboard erstellt, das die jeweils relevanten Messwerte auf einen Blick darstellt, welche nur den zuständigen Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Damit sehen Verantwortliche sofort, wo Handlungsbedarf besteht – vom Rathaus bis zu Schulen, Sportstätten oder Feuerwehren.

Ein integrierter Dreijahresvergleich ermöglicht die Bewertung der Verbrauchsentwicklung über die Zeit. Dabei können spezifische Zeiträume ausgewählt und mit den Vorjahreswerten verglichen werden, um Trends, Abweichungen und Einsparpotenziale klar zu erkennen.

Abbildung 3: Beispiel-Dashboard des Rathauses in Alzey mit Verbrauchsauswertungen im Dreijahresvergleich

Flexibles Reporting

Die Verbandsgemeinde Alzey-Land erstellt ihre Berichte direkt im System und nutzt diese aktiv für das tägliche Energiemanagement. Standardisierte Auswertungen bilden dabei die Basis, werden jedoch um projekt- und anforderungsspezifische, individuell erstellte Berichte erweitert. So werden Daten nicht nur erfasst, sondern aktiv nutzbar – zum Beispiel für interne Analysen, die Nachverfolgung von Maßnahmen oder die Beantragung von Fördermitteln.

Abbildung 4: Beispielbericht zur Auswertung der Verbräuche verschiedener Medien nach Bilanzierungsebenen

Flexible Datenerfassungsstruktur

Die Datenerfassung und Auswertung basieren auf einer klar strukturierten, gleichzeitig jedoch sehr flexiblen Organisationsstruktur. Es werden Stammdaten, Liegenschaften und Bilanzierungsebenen übersichtlich abgebildet. Jede Liegenschaft wird als eigene Ebene geführt, sodass Daten gezielt analysiert und miteinander verglichen werden können. Diese Struktur ist nicht starr, sondern lässt sich flexibel auf unterschiedliche Projekte, Anforderungen und kommunale Gegebenheiten übertragen.

Aufbau des Systems

FlowChief Funktionen und Lösungen

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Migration von Erwin Peters-Systemen

Migration von Erwin Peters-Systemen

Schritt für Schritt zur modernen Leittechnik

Hard Facts

Projekt: Kläranlagen- und Kanalisation Feuchtwangen

Endkunde: Martin Proff

Produkte: Prozessleitsystem, web.HMI

Branche: Abwasser, Kläranlage, Kanalisation

Sanfte Integration, nahtloser Übergang

Feuchtwangen migriert erfolgreich auf FlowChief

Die Stadt Feuchtwangen betreibt eine zentrale Kläranlage und mehrere Außenbauwerke, die bislang über ein Erwin Peters-Leitsystem (EP 2000) zentral überwacht wurden. Auf der Hauptkläranlage und einigen direkt angebundenen Außenanlagen kommen Siemens S7-Steuerungen zum Einsatz, die direkt mit dem EP 2000-System kommunizieren. Die übrigen Außenbauwerke sind mit Erwin Peters-Fernwirkstationen ausgestattet und über LTE-, VDSL- oder SHDSL-Verbindungen via IEC 60870-5-104 an die Zentrale angebunden.

Mit der Abkündigung der Erwin Peters-Systeme ab 2029 stand die Stadt 2024 vor der Aufgabe, eine zukunftssichere Nachfolgelösung zu finden. Neben der technischen Modernisierung standen insbesondere IT-Sicherheit, Bedienkomfort und Datenanalyse im Fokus – bei laufendem Betrieb. Nach sorgfältiger Bewertung entschied sich die Kommune für eine schrittweise Migration auf FlowChief, die aktuell umgesetzt wird.

Die Umstellung erfolgt sanft im Parallelbetrieb: Zunächst wurden die Hauptkläranlage und zwei Außenanlagen auf FlowChief migriert, derzeit folgt die sukzessive Anbindung weiterer Bauwerke. Dank der integrierten Kommunikationstreiber für S7-TCP/IP und IEC 60870-5-104 kann die vorhandene Automatisierungs- und Fernwirktechnik nahtlos weiterverwendet werden – ein entscheidender Vorteil für die Migration bei laufendem Betrieb.

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Ziele der Migration

  • Einführung eines zukunftsfähigen, herstellerunabhängigen Leitsystems für alle Anlagenebenen
  • Möglichkeit zum eigenständigen Engineering sowie zur Nutzung eines starken Partner- und Integratoren Netzwerks
  • Weiterverwendung der bestehenden Steuerungstechnik, ohne Eingriff in die bestehende Automatisierungsebene
  • Reibungslose Migration im Parallelbetrieb – ohne Unterbrechung des Anlagenbetriebs
  • Erhöhung der IT-Sicherheit durch verschlüsselte Kommunikation und klare Trennung von IT- und OT-Netzen
Prozessbild der Schlammentwässerung im EP2000-System.
Die modernisierte Darstellung in FlowChief – klarer, strukturierter und mit mehr Detailtiefe.

Realisierung und Vorgehen

  • Projektstart: 1. Juni 2024
  • Parallelbetrieb: Anbindung der Kläranlagenautomatisierung an FlowChief bei gleichzeitigem Betrieb des bestehenden EP 2000-Systems über S7-TCP/IP-Kommunikation
  • Schrittweise Migration der Außenbauwerke von Erwin Peters auf FlowChief unter Verwendung des standardisierten IEC 60870-5-104-Treibers
  • Automatisierte Erstellung des Datenmodells mithilfe der FlowChief-Migrationstools
  • Feinabstimmung der AKS-Struktur sowie manuelle Erweiterung
  • Übernahme der historischen Prozess- und Alarmdaten aus dem Altsystem
  • Durchführung einer FlowChief-Engineering-Basic-Schulung zur Befähigung der Mitarbeitenden für eigenständige Anpassungen
Die Außenbauwerke – hier ein Regenüberlaufbecken in Draufsicht – werden schrittweise von Erwin Peters auf FlowChief migriert. Ein Teil der Prozessbilder entsteht direkt im eigenen Haus.

Ergebnis und Ausblick

Mit FlowChief steht dem Betreiber nun eine webbasierte, herstellerunabhängige Leittechnikplattform zur Verfügung, die Schritt für Schritt das bisherige EP-System ablöst. Die Mitarbeiter wurden gezielt geschult und können eigenständig Anpassungen und Erweiterungen vornehmen.
Als nächste Schritte sind vorgesehen:

  • Vollständige Migration aller Außenbauwerke
  • Feintuning des Alarm- und Bereitschaftsdienstplans
  • Einführung des Instandhaltungsmanagement im Rahmen der EKVO

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„Uns war wichtig, ein Leitsystem zu haben, das wir eigenständig betreuen und erweitern können. FlowChief bietet genau das – eine einfache Bedienung, offene Projektierbarkeit und ein schlüssiges Migrationskonzept, das im laufenden Betrieb umgesetzt werden konnte.“
Martin Proff, Leiter Kläranlage

In den intuitiv bedienbaren Kurvendiagrammen lassen sich beliebige Prozessvariablen miteinander vergleichen – hier beispielsweise der Füllstand des Zulaufpumpwerks sowie die Stromaufnahmen und Betriebsmeldungen der Pumpen.

FlowChief Funktionen und Lösungen

  • RÜB-Protokollierung zur detaillierten Erfassung und Auswertung von Einstau- und Überlaufereignissen in Regenüberlaufbecken
  • FlowChief web.HMI als schlankes Notbediensystem für kleinere Kläranlagen
  • FlowChief Migrationstools für eine einfache stressfreie Migration von Erwin Peters auf FlowChief

Machbar? Definitiv!

Die Migration in Feuchtwangen zeigt, dass der Umstieg von Erwin Peters-Systemen auf FlowChief planbar, wirtschaftlich und stressfrei umgesetzt werden kann – bei laufendem Betrieb, mit hoher Datensicherheit und klarer Perspektive für kommende Jahre.

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FlowChief als zentrale Energiedatenplattform

FlowChief als zentrale Energiedatenplattform

Unsere Arbeit mit SCHOTT

SCHOTT zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Spezialglas, Glaskeramik und weiteren High-Tech-Werkstoffen. Mit rund 17.400 Mitarbeitenden an über 30 Standorten weltweit ist der energieintensive Prozess der Glasschmelze ein zentraler Faktor. Daher stehen eine effiziente und möglichst klimaneutrale Produktion sowie die kontinuierliche Erfassung, Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs und der eingesetzten Energieträger im Mittelpunkt.

Bereits seit 2011 ist FlowChief die zentrale Drehscheibe für Energiedaten im Unternehmen und damit zentraler Knotenpunkt für rund 35.000 Datenpunkte und 250 Benutzer.

Globales Energiedatenmanagement

Die skalierbare Plattform fungiert als globales SCHOTT Energiedatenmanagement inkl. Abrechnung. Auch das Energieleitsystem am Standort Mainz ist Teil der Lösung. FlowChief schafft dabei den Spagat der unterschiedlichen Anforderungen dieser Aufgabengebiete. Im Energiemanagement kommt es auf belastbare Archivdaten an. Im Bereich des Energieleitsystems liegt der Fokus auf der Überwachung und Steuerung der Anlagen (Strom- und Erdgasversorgung, Druckluft- und Kälteerzeugung, Wassertechnik, etc.) in Echtzeit.

Luftaufnahme SCHOTT Werksgelände Mainz (Quelle: SCHOTT)

Heterogene, standortübergreifende Datenerfassung

Besondere Herausforderung ist die heterogene, standortübergreifende Datenerfassung. FlowChief fügt sich als herstelleroffenes System flexibel in die bestehende Infrastruktur ein. Herzstück ist der hochverfügbare redundant ausgeführte Server am Hauptstandort in Mainz. Auf diversen Wegen laufen hier die Energiedaten der globalen Standorte zusammen.

  • Universalmessgeräte verschiedener Hersteller (u.a. Siemens, Janitza, Gossen Metrawatt)
  • Lastgangdaten der Versorger über unterschiedliche Formate (MSCONS, csv, xml…)
  • Funkbasierte Datenerfassung über LoRaWAN und MQTT
  • Proprietäre Protokolle mehrerer Hersteller (u.a. GMC ECL)
  • Daten von SPSen verschiedener Hersteller
  • Datenerfassung von Drittsystemen
  • Mobile & manuelle Datenerfassung über die FlowChief scadaApp

Daten in Echtzeit

Alle Daten stehen sowohl in Echtzeit zur Prozessvisualisierung und Alarmierung als auch als Archivdaten für das Energiedatenmanagement zur Verfügung. Darüber hinaus werden über Standardschnittstellen wie OPC-UA oder einen automatisierten MSCONS-Export Drittsysteme innerhalb und außerhalb der SCHOTT AG mit Daten bedient. Auch EVUs erhalten Lastganginformationen per FTP-Push.

Vortrag-e-Gem-HM-2023

360° Energiedatenmanagement

bei der SCHOTT AG

Vortrag zum Thema „Transparenz vom Zähler bis zur Kostenstelle“ auf ENERGY 4.0 Stage der Hannover-Messe 2023

Energiedatenmanagemet

nach ISO 50001

Das Energiemanagement-Modul e-Gem stellt, aufbauend auf der detaillierten Datenbasis, die für das Energiemanagement nach ISO 50001 nötigen Software-Tools zur Verfügung.

  • Plausibilisierung und Überwachung des Messkonzeptes
  • Ermittlung von signifikanten Energieverbrauchern (SEUs)
  • Kennzahlenbildung nach ISO 50006
  • Effizienzmaßnahmen-Management
  • Flexible leistungsstarke Reporting-Funktionen
Standard-Report zur energetischen Klassifizierung (Verbrauchertypen nicht original)

Verursachergerechte Energieabrechung

Komplette Abbildung mit FlowChief

Gestiegene Energiekosten rücken die unternehmensinterne verursachergerechte Verteilung der Energiekosten zunehmend in den Fokus. Der Prozess wird mittlerweile komplett in der Software abgebildet.

  • Automatische Synchronisierung mit dem ERP-System. Stammdaten und Konfigurationen werden automatisiert unter Berücksichtigung der Historisierung übernommen
  • Daten-Plausibilisierung durch virtuelle Messstellen und anpassbare Toleranzschwellen
  • Archivwertkorrekturen orientiert an die Funktionen des Metering-Codes
  • Auditkonformes Protokollieren sämtlicher Änderungen
  • Verteilung der Energiemengen auf die mehrstufige Kostenstellenstruktur
  • Bereitstellung des fertigen Abrechnungs-Datenpaketes an das ERP-System
Messkonzeptplausibilisierung

Die Anforderungen an Energiedaten werden zunehmend komplexer und schnelllebiger. Bereits heute ist sicher, dass eine durchgehende Transparenz der Energieverbräuche – vom Messgerät bis zur Kostenstelle – entscheidend für den zukünftigen Unternehmenserfolg sein wird.

FlowChief Verantwortlicher

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Bereits seit 2011 ist FlowChief die zentrale Drehscheibe für Energiedaten und damit zentraler Knotenpunkt für mehr als 250 Benutzer.

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„Wissen, was verbraucht wird“

„Wissen, was verbraucht wird“

eine Energiemanagement Fallstudie am Beispiel des Klärwerks Kitzingen

Sind Kläranlagen kommunale Energieschleudern?

Kostenreduktion und CO2-Fußabdruck

Kläranlagen sind im kommunalen Umfeld mit die größten Energieverbraucher. Eine Kläranlage auf Energieeffizienz zu trimmen ist eine recht komplexe Angelegenheit, die eine ganzheitliche Betrachtungsweise voraussetzt. Warum ist das so? Kläranlagen sind heterogene Gesamtsysteme aus verschiedenen Prozessen, Maschinen und Anlagen. Getrieben durch dynamische Parameter, wie Zulaufmengen, behördliche Auflagen und neuen technologischen Möglichkeiten findet auf Kläranlagen ein stetiger Modernisierungsprozess statt. Neben der zunehmenden Automatisierung, der Optimierung der Reinigungsleistung steht hierbei der energieeffiziente Betrieb und damit die Kostenreduktion bzw. der CO2-Fußabdruck der Anlage im Vordergrund.

Einsparpotenzial bestimmen

Wie ist der aktuelle Zustand?

Grundlage für jede Energieeinsparmaßnahme ist die Kenntnis über den derzeitigen Zustand – der energetischen Ausgangslage – der Anlage. Dafür nötig sind Daten und Erfahrungswerte. Im Falle des Klärwerks Kitzingen war eine breite Datenbasis bereits in der FlowChief Leittechnik vorhanden. Dieser Unterbau hat zudem den Vorteil, dass beliebige Datenquellen angezapft werden können. Neben Messgeräten, Sensoren und Labordaten können so auch Daten von Drittsystemen, Energieversorgern (MSCONS) oder Wetterdiensten ohne Verluste erfasst werden.

Wie sind hier die Erfahrungswerte auf anderen Anlagen? Leitsysteme, Datenbanken (Historian) und Betriebstagebücher sind oftmals bereits vorhanden. Diese Systeme verfügen erfahrungsgemäß nicht über die Möglichkeit eine Energiemanagement in guter Qualität umzusetzen. Das liegt vor allem auch daran, dass ein Energiemanagementlösung wie der Name schon sagt, ein kontinuierlicher, niemals abgeschlossener Prozess ist. Die Parametrierung muss also einfach sein. e-Gem ist eine herstelleroffene Energiemanagement Lösung, die modular mit einer FlowChief Leittechnik oder alternativ als Stand-Alone Lösung mit den bestehenden Lösungen harmoniert. Der Datenaustausch mit Bestandssystemen ist durch Schnittstellen wie OPC UA, MQTT, REST oder auch Dateischnittstellen sehr einfach möglich.

Abbildung 1 Betriebsleiter Jürgen Orth (l.) und FlowChief Energiemanager Tobias Knoll erläutern die Kennwerte der Anlage über ein Dashboard. (Foto: FlowChief)

Mehr Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausnutzen

Mit e-Gem von FlowChief

Das Klärwerk Kitzingen um den Betriebsleiter Jürgen Orth arbeitete bereits seit Jahren an einem möglichst energieautarken Betrieb der Anlage. „Wir haben in vielen Jahren einige Maßnahmen auch ohne Energiemanagementsystem umgesetzt,“ so Jürgen Orth, „nur stießen wir hier immer mehr an unsere Grenzen. Es geht oftmals nicht nur um den absoluten Verbrauch von Aggregaten. Ab einer bestimmten Qualität müssen verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt werden, um wirklich zu wissen, wie effizient die Anlage läuft.“

So wurde der Entschluss gefasst mit Unterstützung der Firma FlowChief ein softwaregestütztes Energiemanagement umzusetzen und so weiter an der Optimierung der Anlagen zu arbeiten. Die Software ist nach den aktuellen Anforderungen der ISO 50001:2018 zertifiziert und deckt sich so mit den Anforderungen der Kitzinger Anlage. Die Projektumsetzung durch Spezialisten von FlowChief hat zudem wenig eigene personelle Ressourcen des Klärwerks gebunden.

Abbildung 2 Zählerstruktur im Flussdiagramm mit Verbrauchsmengen, aktueller Einspeiseleistung, Zählerständen und Kosten. Verlustmengen und Schwächen im Messkonzept können so identifiziert werden. Nicht plausible Daten und Grenzwertüberschreitungen werden farblich markiert und können analysiert werden.

Energiebedarf und Abhängigkeiten erfassen

Strukturierung der bestehenden Zähler

Wichtiger erster Schritt zur Optimierung des Energieverbrauchs ist eine Strukturierung der bestehenden Zähler. Das Abbilden der Zählerhierarchie über Beziehungen zwischen den Zählern, zusammen mit bilanziellen Zählpunkten wie Restmengen, Summen oder prozentualen Verteilungen, stellt die Hauptverbraucher heraus und lässt Schwächen in der Datenerfassung bzw. Verluste im System erkennen. Bereits durch diesen ersten Schritt konnten am Klärwerk Kitzingen Lücken im Messkonzept aufgespürt werden. Mit dem Schließen dieser Lücken werden zukünftig sämtliche Energieflüsse auf der Anlage transparent. In Abbildung 2 ist die Zählerstruktur am Beispiel Strom aufgezeigt. Entsprechend lässt sich die Struktur auch für Wasser-, Wärme- oder auch Schlammmengen bilden.

Kernaspekt der ISO 50001 ist die Identifizierung der Hauptverbraucher (SEU: Significant Energy Users). Ohne eine durchgängige Zählerstruktur ist die Ermittlung und Überwachung dieser Hauptverbraucher nicht möglich. Erst ein Verknüpfen der Zähler macht deutlich, wo diese energieintensiven Prozesse liegen. Eine anschauliche Darstellung, welche die Zählerstruktur mit den Mengen zusammenführt, ist das Sankey-Diagramm, welches in e-Gem für online und Archivwerte genutzt werden kann.

Abbildung 3 Identifizierung der Strom SEUs (Significant Energy Use) mit dem Sankey-Diagramm

Einfache Leistungsvergleiche

Welche Kennzahlen sind wichtig?

Hauptziel bei der Einführung eines Energiemanagement ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Um die Maßnahmen zur energetischen Optimierung zu bewerten sind die absoluten Verbräuche von Aggregaten und Anlagenteilen nur bedingt aussagekräftig. Starkregenereignisse, Trockenperioden, Kofermente sind dynamische Parameter mit direktem Einfluss auf die Prozesse innerhalb des Klärwerks. Besonders die komplexen biologischen und verfahrenstechnischen Zusammenhänge auf Kläranlagen erfordern die Berücksichtigung dieser Parameterwerte bei der Bewertung der Energieeffizienz. Einen Ansatz hierzu liefert das Arbeitsblatt A216 der DWA. Die hier vorgeschlagenen Kennzahlen lassen sich mit Standard-Funktionen von e-Gem darstellen und ermöglichen so ein belastbares Benchmarking unter Berücksichtigung der verschiedenen Anlagenzustände und Einflusswerte. Vergleichbar werden die Kennzahlen durch Bezug auf den Einwohnerwert (EW-Wert). Dieser Wert bildet sich aus dem Zufluss zur Anlage und dem chemischen Sauerstoffbedarf (CSB-Konzentration). An dieser Stelle kommt auch in Kitzingen der Vorteil der Kombination mit dem Leitsystem zum Tragen. Der Zufluss zur Anlage liegt im Leitsystem bereits, als automatisiert erfasste Datenreihe vor. Um aus diesen Mengen den EW-Wert zu ermitteln, müssen die CSB-Messungen, welche als 24-h Labormessungen vorliegen, mit den Zuflussmengen verrechnet werden. Dafür war in der Vergangenheit noch ein nachgeschaltetes Excel-Tool nötig. Die Abbildung der Funktion in e-Gem erspart den Mitarbeitern Zwischenschritte, die Zeit in Anspruch nahmen und zusätzliche Fehlerquellen darstellten.

Das DWA A-216 liefert einen guten Ansatz, um die Energieeffizienz der eigenen Anlage einzuordnen. Eine tiefergehende Analyse auf Teilprozess- oder Aggregatsebene erfordert jedoch Werkzeuge, um relevante Einflussfaktoren zu ermitteln und dann unter Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren die Entwicklung der Energieeffizienz zu bewerten und im laufenden Betrieb zu überwachen.

Über x/y Korrelationen, wie in Abbildung 4, lassen sich Zusammenhänge zwischen verschiedenen Werten im laufenden Betrieb im Dashboard darstellen. Abweichungen vom Regelbetrieb können so einfach erkannt werden. Im Beispiel wird der Verbrauch der Aggregate über der Fördermenge des Einlaufhebewerks aufgetragen. Der Anlagenbetreiber spart sich damit die Zeit mehrere Messreihen nebeneinander zu legen und sieht auf Anhieb, ob ein Eingreifen nötig ist. Für tiefergehende Analysen, die grafisch nicht mehr darstellbar sind, steht auch ein Tool zur Regressionsanalyse zur Verfügung. Damit können die Einflüsse mehrerer Faktoren auf den Energieverbrauch ermittelt und bewertet werden.

Damit erfüllt die Software einen weiteren zentralen Punkt der ISO 50.001. Die Ermittlung und Berechnung von Energieleistungskennzahlen mit mehrere Einflussfaktoren sind Bestandteil der ergänzenden Richtlinie ISO 50.006.

Abbildung 4 Ausreißer im Stromverbrauch des Einlaufhebewerks können sehr einfach über eine X/Y Korrelation erkannt werden.

Grafischen Aufarbeitung der Daten

Das Dashboard

Entscheidend für den Erfolg des Energiemanagements ist es, Informationen in der richtigen Form an die richtigen Stellen zu visualisieren. Mit einem flexiblen Berichtswesen und individuell konfigurierbarer Dashboards bietet e-Gem mächtige Werkzeuge, die intuitiv und einfach konfiguriert werden können. Besonders die Dashboards bieten auf Kläranlagen den Mehrwert komplexe Zusammenhänge zwischen einzelnen energierelevanten Prozessgrößen anschaulich darzustellen. Besonders beim meist größten Einzelverbraucher der Kläranlage, der Belebung, müssen verschiedene Prozessgrößen in Kombination betrachtet werden. Erst dadurch ist es möglich zu bewerten, ob der maximale Drucksollwert berechtigt war, oder ob eine Nachjustierung in der Steuerung der Belebungsgebläse nötig ist.

Abbildung 5 Ausreißer im Drucksollwert! Visualisiert mit einer Heatmap – Jürgen Orth bei der Ursachenforschung in der Gebläsestation.

Mit e-Gem ist es möglich jeden Prozess, jedes Aggregat und jede Teilanlage zu monitoren und auf Energieeffizienz zu überwachen. Kennwerte wie Pumpenarbeitspunkte, Wirkungsgrade, BHKW Auslastungen oder Lastspitzen können in Echtzeit visualisiert werden. Berechtigte Mitarbeiter des Klärwerks sind jederzeit im Stande sich individuelle Dashboards zu diesen Zusammenhängen zu erstellen.

Ein Umsetzungsbeispiel für die Wärmeerzeugung und den BHKW Betrieb: Wärme fällt in Kläranlagen oft als Abfallprodukt an. Mit e-Gem wird im Klärwerk Kitzingen dargestellt welcher Anteil der Wärme aktuell über die Notkühler vernichtet werden muss und wann in der Vergangenheit besonders hohe Wärmevernichtungsgrade zu beobachten waren. Diese Daten sind elementar für mögliche zukünftige Projekte wie z.B. die Trocknung von Klärschlamm.

Abbildung 6 Wärmevernichtungsgrad – Aktuell, und im Zeitlichen Verlauf pro Blockheizkraftwerk.
Abbildung 7 Monitoring des thermischen und elektrischen Wirkungsgrads der Blockheizkraftwerke auf Knopfdruck. Die Effizienz des BHKW Betriebs kann so gut überwacht werden.

„Wir werden spätestens 2023 ein neues, gut regelbares BHKW als zusätzlichen Energieerzeuger im Klärwerk einbinden. Im Moment erarbeitet ein Ingenieurbüro dafür ein Energiekonzept. e-Gem ist für uns eine wertvolle Datenbasis für diese Dimensionieren.“

Eines steht bereits fest: Mit dieser Investition wird für das Klärwerk Kitzingen der energieautarke Betrieb in greifbare Nähe rücken.

„Der A216 Energiecheck der DWA kann mit e-Gem detailliert umgesetzt werden.“

Was kann im Zuge der Einführung eines Energiemanagementsystems mit der Kommunalrichtlinie gefördert werden?

Lizenzkosten für Software (zuwendungsfähige Ausgaben bis max. 20.000 €)

  • Erweiterung Energiemanagement ihrer bestehenden FlowChief Leittechnik
  • Erweiterung einer bestehenden Energiemanagement-Lösung
  • Energiemanagement Lösung parallel (und autark) zu Ihrer bestehenden Leittechnik

Messtechnik (zuwendungsfähige Ausgaben bis max. 50.000 €)

  • Einbau von Universalmessgeräten
  • Einbindung in Leittechnik und Energiemanagement

Externe Dienstleistungen

  • Energiemanagementberatung durch FlowChief oder FlowChief Partner
  • Integration, Engineering oder Erweiterung durch FlowChief oder FlowChief Partner
  • Schulung des Personals

Erstzertifizierung des EMS nach einem anerkannten Zertifizierungssystem

Personalausgaben für zusätzlich geschaffene Stellen

Auch investive Maßnahmen, die Sie im Zuge Ihres Energie-, Umwelt- oder Ressourcenmanagements umsetzen sind förderfähig. Hier einige Beispiele:

  • Der Einbau energieeffizienter Motoren und Pumpen inkl. der nötigen EMSR Technik
  • Optimierung der Energieeffizienz durch dynamische Steuerung von Pumpen
  • Maßnahmen zur Reduktion von Wasserverlusten (Fallstudie beachten: Das Frankfurter Wassernetz wird digital)

Die Förderfähigkeit von Maßnahmen und Komponenten ist sehr transparent in der Richtlinie beschrieben: Kommunalrichtlinie

Drittmengenabgrenzung

Drittmengenabgrenzung

Ein Anwenderbericht am Beispiel der Schott AG

SCHOTT ist einer der führenden Hersteller von Spezialglas. Ursprünglich als Glaslabor 1884 in Jena gegründet, entwickelte sich das Unternehmen zu einem Weltkonzern mit Produktions- und Vertriebseinheiten in 34 Ländern. Mit 16.500 Mitarbeitenden aus über 90 verschiedenen Nationen legt der Technologiekonzern großen Wert auf Vielfalt, Zusammenarbeit und Innovation. Als energieintensives Unternehmen nach §64 EEG profitiert die Schott AG teilweise von energiewirtschaftlichen Privilegien wie einer reduzierten EEG-Umlage sowie einer reduzierten Strom- und Energiesteuer. Privilegiert sind jedoch ausschließlich selbstverbrauchte Strommengen. Aus diesem Grund müssen Strommengen, die nicht selbst verbraucht werden, messtechnisch abgegrenzt werden. War in der Vergangenheit ein Schätzen der Strommengen noch zulässig, so müssen mit einem einjährigen Aufschub zum 01.01.2022 alle Drittmengen mess- und eichrechtskonform abgegrenzt werden.

Genauere Hinweise hierzu gibt es im Leitfaden der Bundesnetzagentur.

Können die relevanten Mengen ab dem 01.01.2022 nicht gesetzeskonform abgegrenzt werden, gefährdet dies die Privilegierung der gesamten Menge und das unter Umständen sogar rückwirkend.

Ein Großteil der relevanten Großverbraucher am Standort Mainz konnte auf Basis der Datengrundlage des bestehenden Energiedatenmanagementsystems e-Gem bereits entsprechend der Vorgaben abgegrenzt werden. Das Problem sind die bisher weniger relevanten Kleinverbraucher wie zum Beispiel:

  • Büros und Werkstätten von Dienstleistern
  • Kantinen
  • Getränke- und Snackautomaten
  • Baustellen externer Firmen

Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ein Messkonzept entwickelt, welches an den relevanten Punkten Messstellen vorsieht. Herausforderungen sind an dieser Stelle die verteilte Lage der Messstellen auf dem Werksgelände und die fehlende Netzwerk-Verbindung. Für diesen Anwendungsfall perfekt geeignet ist eine Lösung über ein eigenes LoRaWAN-Netz (Long Range Wide Area Network).

Vorgabe der Schott AG war, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen keine cloudbasierte Lösung zum Einsatz kommen darf. Alle Daten müssen zwingend im konzerneigenen Netzwerk bleiben. Für derartige Anforderungen arbeitet FlowChief mit dem Ing. Büro H. Lertes zusammen. Der Hersteller von Multiprotokoll-Datenloggern unterstützt Kunden bei der Planung und Umsetzung solcher Lösungen. Mit FlowChief wurden in verschiedensten Projekten bereits weit über 1.000 Gateway-Kopplungen realisiert.

In Datenübertragungsrichtung: Der LoRa-Sensor (links) sendet die Daten über die Antenne (Mitte) zum Gateway (rechts), welches die Daten puffert. Die Datenübertragung vom Gateway zu e-Gem läuft über das interne Schott-Netz. Quelle: Schott AG

Eine Messung der Funkausleuchtung am Standort Mainz zeigte, dass über ein Gateway das komplette Werksgelände mit insgesamt 25 ha Gesamtfläche abgedeckt werden kann. Somit musste nur an einer zentralen Stelle eine Netzwerkverbindung geschaffen werden, was im Vergleich zu einer komplett verkabelten Lösung eine erheblich geringere Investition und deutlich geringeren Aufwand bedeutet. Vor allem aber konnte die Lösung nach kurzer Planung sofort und ohne Wartzeiten realisiert werden. Aktuell werden bereits 22 Messstellen erfasst, 15 weitere befinden sich momentan in der Umsetzung.

Die Daten der einzelnen Zähler werden auf dem Gateway gepuffert und zyklisch an das zentrale Energiedatenmanagementsystem e-Gem übertragen. In e-Gem erfasste Daten werden archiviert und können flexibel für Monitoring- und Reporting-Funktionen genutzt werden.

Neben den Zählerständen werden auch weitere Informationen wie die Empfangsqualität und der Batterie-Status der einzelnen Sender erfasst. Dadurch ist neben der Energiedatenerfassung auch die Überwachung der Sensorik mit abgedeckt. Bei ausbleibender Kommunikation oder beim Erreichen eines niedrigen Batterieniveaus werden die Mitarbeiter informiert und können das Problem lösen.

Mit der umgesetzten Lösung erfüllt die Schott AG fristgerecht die Anforderungen hinsichtlich der Drittmengenabgrenzung. Dadurch sind auch zukünftig die Privilegierungen als energieintensives Unternehmen gesichert. Mit der in diesem Zuge geschaffenen Infrastruktur besteht nun die Möglichkeit Sensoren und Messtechnik an Stellen zu platzieren, die ohne das LoRaWAN-Netz nur mit erheblichem Aufwand zu erreichen wären. Aufgrund der problemlosen Implementierung hat sich die Schott AG entschieden an weiteren Standorten LoRaWAN-Netze aufzubauen und die Daten in das unternehmensweite und standortübergreifende Energiemanagementsystem e-Gem zu integrieren.

Drittmengenbilanzierung mit e-Gem Bordmitteln. Visualisierung und Reporting inkl. Schnittstelle zum Datentransfer in ERP-Systeme

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Das Frankfurter Wassernetz wird digital

Das Frankfurter Wassernetz wird digital

FlowChief hat es erfolgreich umgesetzt

Von Ultraschall-Messung bis Leckage-Ortung

Das Wasserverteilsystem

Jährlich entstehen durch unentdeckte Leckagen im Rohrleitungsnetz zur Trinkwasserversorgung Wasserverluste im zum Teil zweistelligen Prozentbereich. Mit den infolge des Klimawandels steigenden Temperaturen steigt ebenfalls das Risiko für Engpässe bei der Wasserverfügbarkeit. Ein intaktes und effektiv genutztes Wasserverteilungssystem ist deshalb sowohl für Privathaushalte als auch für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Zudem fehlen dem Betreiber häufig die nötigen Einblicke in das eigene Trinkwassernetz, wodurch für ihn keine Möglichkeit besteht das wirkliche Fließverhalten zu überprüfen, daraus Erkenntnisse abzuleiten und damit die Effizienz des Netzes nachhaltig zu steigern.

Durchflussmessung mit Ultraschallsensorik

Minimierung von Wasserverlusten

Die NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH als Tochtergesellschaft der Mainova AG haben den Auftrag, das Wasserversorgungsnetz der Stadt Frankfurt am Main fortlaufend zu optimieren und Wasserverluste zu minimieren. Hierfür werden bis Ende 2022 über 200 Messstellen an spezifischen Knotenpunkten des Netzes installiert. Die Messeinrichtungen verfügen über eine Ultraschall-Sensorik, mittels derer der Durchfluss und die Wassermenge gemessen werden. Durch die Ultraschalltechnik konnten die Sensoren verbaut werden, ohne die Trinkwasserrohre öffnen zu müssen. In Verbindung mit einem wasserdichten Datenlogger werden die gesammelten Messdaten verschlüsselt und über Mobilfunk an die Software-Plattform in der Cloud gesendet.

Benutzerspezifisch angepasste Google Maps Integration mit KML-Ergänzungen der Messstellenverteilung von NRM.

Über die webbasierte Plattform kann so mit jedem Endgerät auf die Visualisierung und die integrierte Datenarchivierung zugegriffen werden. Die einzelnen Messstellen, die Daten wie Status, Messwerte und Ereignisse erfassen, werden über eine interaktive Karte, das Dashboard, Berichte, eine Messstellen-Analyse und das Meldearchiv dargestellt. Damit wird von der Daten-Analyse über die Wartung bis hin zur Alarmierung bei Auffälligkeiten im Wassernetz alles in einer Software-Plattform abgebildet.

Zudem werden die Messstellen in Zonen eingeteilt, die Teile Frankfurts darstellen wie beispielsweise der Zuflussbezirk Seckbach-Süd/Ost. Um einen Verbrauch innerhalb des jeweiligen Bereichs zu messen, werden Durchflüsse, die in die Zone einfließen, mit den herausfließenden verrechnet. Damit kann zum einen das Trinkwasser bilanziert werden, zum anderen werden Auffälligkeiten und Leckagen aufgezeigt. Außerdem kann die abgerechnete Wassermenge mit der tatschlich geflossenen verglichen und damit die Netz-Effizienz als Kennzahl gebildet werden, wie im DVGW Arbeitsblatt W 392 ausführlich beschrieben.

Fließverhalten und Netzeffizienz prüfen

Nachhaltige Optimierung

Mit den Messungen an den Knotenpunkten kann die NRM somit weitere tiefgreifende Einsichten ins eigene Netz gewinnen. Durch den Vergleich mit der hydraulischen Berechnung, die der Netzplanung dienen, können so nicht nur undichte Rohre gefunden und in der Folge instandgesetzt werden, sondern auch das Fließverhalten und hiermit die Netzeffizienz überprüft und optimiert werden.
Dabei ist es nicht ungewöhnlich, gegenüber dem geplanten Fließverhalten zu geringe, oder sogar entgegengesetzte Durchflüsse zu entdecken, um dann mit einer Stilllegung des betreffenden Abschnittes das weitere Netz optimaler zu nutzen. Die zuständigen Fachkräfte für das Asset-Management und des Netzbetriebes bekommen so eine Unterstützung, die ihre tägliche Arbeit enorm erleichtert.

Aktual- und Archivwerte einer Messstelle

Die Ziele der ständigen Netzoptimierung sind hierbei eine ausreichende Fließgeschwindigkeit in den Rohrleitungen sicherzustellen, die Verweildauer des Wassers in den Rohrnetzen zu verringern, sowie die Genusstauglichkeit und Reinheit des Trinkwassers zu gewährleisten.

Trinkwasser und Kosten einsparen

Ökonomische und ökologische Effizienz erhöhen

Die Vorteile eines gezielten Monitorings und einer präzisen Durchflussüberwachung des Trinkwassernetzes von Städten wie Frankfurt am Main liegt klar auf der Hand. Die Betreiber erhalten erstmals auf allen Ebenen tiefgreifende Information und Erkenntnisse über ihr Trinkwassernetz. Damit können ganze Netzabschnitte gezielt optimiert werden und so wertvolles Trinkwasser eingespart werden. Mit Blick auf den Trinkwasserschutz und die Kosten-Einsparung stellen sie für die Zukunft des deutschen Wassermarktes eine zwingend erforderliche Lösung dar.

Das Beispiel Frankfurt am Main zeigt zum einen, dass die Digitalisierung der Wasserwirtschaft durch moderne Messtechnik und Cloud-Plattformen heute schon einen echten Mehrwert bringt. Darüber hinaus werden Betreiber zukünftig mit künstlicher Intelligenz, die auf dieser Plattform aufsetzt, noch besser unterstützt und das Auffinden von Leckagen wird vereinfacht.

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web.HMI

web.HMI

sichere Vor-Ort-Bedienung von Anlagen beim Wasserverband Eifel-Mosel
HMI-Lösungen funktionieren autark von der Leittechnik – die Überwachung und Bedienung der Anlage ist so jederzeit möglich. Die native Webtechnologie macht eine Verbindung auf das HMI mit mobilen Endgeräten jederzeit möglich.

Der Zweckverband Eifel Mosel (ZWEM) betreibt zur Trinkwasserversorgung der ca. 85.000 Einwohner des Verbandsgebiets 91 dezentrale Bauwerke wie Hochbehälter oder Brunnen. Seit 2019 migriert der Verband überwiegend in Eigenregie sein in die Jahre gekommenes Prozessleitsystem, das sich in der Zentrale in Wittlich befindet, auf eine neue FlowChief Leittechnik. Einen Großteil der Arbeiten macht dabei die Modernisierung der Automatisierungstechnik in den Bauwerken aus. Die manuelle Steuerung von Maschinen und Aggregaten über Bedienelemente am Schaltschrank wird ersetzt durch HMI Panel-PC mit Touch-Funktionalität, so dass Mitarbeiter auch im Notfall oder bei Wartungen problemlos Prozesse und Anlagen vor Ort steuern und überwachen können. Aufwändige Arbeiten in Schrankbau und Verdrahtung entfallen für die technischen Mitarbeiter fast vollständig.

Wie aber funktioniert die sichere Anbindung der Bauwerke an die zentrale FlowChief Leittechnik im Detail, wie werden die HMI-Lösungen projektiert und wie ist es möglich die große Anzahl von Systemen mit Updates zu versorgen? Alles Fragen, die für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb von Anlagen dieser Größenordnung von entscheidender Bedeutung sind.

Der ZWEM verbaute für die Automatisierung der Bauwerke abhängig von der Anlagengröße Siemens S7 Steuerungen der Serien 1200 und 1500. Die Stationen sind überwiegend über private Standleitungen und SHDSL-Technologie mit der Zentrale verbunden. Für die Anbindung von Bauwerken ohne eigene Leitungen wird auf LTE (VPN) zurückgegriffen. Wichtige Anlagen verfügen zudem über eine Wegeredundanz. Router erkennen fehlerhafte SHDSL-Strecken und leiten automatisch über die Backup-Route LTE in die Zentrale. Die eigentliche Kommunikation zwischen SPS und zentraler Leittechnik erfolgt über das standardisierte Protokoll IEC 60870-5-104. In der Zentrale verfügt die FlowChief Leittechnik über eine native IEC 60870-5-104 Schnittstelle, auf deren Basis eine herstellerübergreifende Kommunikation problemlos möglich ist.

Durchgängiges Gesamtkonzept und einmaliges Engineering

so wie es sein sollte

Auch die Projektierung des zentralen FlowChief Leitsystems wird durch die Mitarbeiter des ZWEM übernommen. „Da die Anlagenstrukturen relativ identisch sind und FlowChief bereits eine Vielzahl von Beispielen und Bibliotheken mitliefert, ist die Einbindung neuer Bauwerke einfach und schnell umzusetzen“, so Tobias Görres, zuständiger Elektrotechniker beim ZWEM. Die durchgängige Objektorientierung reduziert den Aufwand nochmals und führt zu Ergebnissen mit geringer Fehlerquote. Inbetriebnahme und Signaltest sind auf dieser Basis schnell erledigt.

Die erstellten Prozessbilder der einzelnen Anlagen können aus der Zentrale ohne großen Aufwand mit den HMI-Lösungen synchronisiert werden, so dass sich der Engineering Aufwand für die HMI-Visualisierung in Grenzen hält.
Die Mitarbeiter finden sich durch die identische Visualisierungsbilder und Bedienkonzepte gut zurecht und profitieren vom benutzerfreundlichen Aufbau des User Interfaces. Auch neue Mitarbeiter haben keine Schwierigkeiten sich mit der Bedienung der Anlage über die Visualisierung zurecht zu finden.

FlowChief web.HMI verfügt über eine datenbankgestützte Archivierung, so dass analoge und digitale Signale auch am HMI analysiert werden können.

Das Engineering der Anlagen erfolgt ebenfalls ausschließlich per Web-Kommunikation (HTTPS). Über das vorhandene VPN-Netz können so die Geräte bei entsprechender Berechtigung sehr komfortabel konfiguriert werden. Die Kommunikation des HMI mit den SPS-Steuerungen erfolgt aufgrund der Echtzeitfähigkeit und des einfacheren Engineerings per S7 TIA Verbindung. So werden minimale Wertaktualisierungs-Geschwindigkeiten von bis zu 100 ms erreicht. Betriebsmeldungen, Störungen oder Messwerte werden in der Datenbank für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen archiviert, so kann ein Prozessverhalten auch am HMI analysiert werden.

Das HMI verfügt über eine eigene Rechte- und Zugriffsverwaltung, die auch an eine Active-Directory des Betreibers angebunden werden kann (LDAP). Benutzer müssen so nicht aufwändig für jedes Gerät gepflegt werden. Auch eine Autorisierung per Hardware-Token ist möglich. Der Zweckverband Eifel Mosel schützt seine Anlagen zudem durch bauliche Maßnahmen und eine Objektschutzüberwachung.

FlowChief Panel-PCs

für das perfekte Plug-and-Play-Erlebnis

Der ZWEM nutzt für das HMI die Komplettlösung aus Panel-PC und web.HMI-Software von FlowChief. Aus der breiten Palette an Panels in unterschiedlichen Größen und Leistungsstärken greift Eifel-Mosel auf wirtschaftliche Panels mit 12 oder 15 Zoll Bildschirmgröße zurück. Die Panels verfügen über eine robuste IP 65 Glasfront sowie eine lüfterlose Kühlung und ermöglichen einen wartungsarmen, langlebigen Betrieb.

„Die Panels werden mit dem aktuellen Betriebssystem Windows IoT LTSC und vorinstallierter FlowChief Software geliefert. Wir können nach dem Auspacken sofort mit der HMI-Applikation beginnen und sparen so viel Zeit bei der Einrichtung der Hardware“, freut sich Tobias Görres.

Datenblätter

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Softwaregestütztes Energiemanagement für Wasserversorger

Softwaregestütztes Energiemanagement für Wasserversorger

FlowChief in einem der modernsten Wasserwerke Europas

Der Mehrwert von softwaregestütztem Energiemanagement für Wasserversorger

am Beispiel von waldwasser

Die Wasserversorgung Bayerischer Wald ist mit einer Verbandsgröße von 8080 km² einer der größten Fernwasserversorger Süddeutschlands. Der Betrieb der großflächigen Infrastruktur aus Brunnen, Aufbereitungsanlagen und Verteilungsnetzen benötigt Energie – viel Energie. Im Mittel bezieht der Wasserversorger ca. 6.500 MWh Strom pro Jahr. Die Übertragung des Trinkwassers aus den Höhen des Bayerischen Waldes erfolgt dabei bereits sehr effizient – der Verband nutzt dazu das natürliche topologische Gefälle und erzeugt dabei mit den eingebauten Turbinen sogar Strom.

Als Zweckverband steht die Wasserversorgung Bayerischer Wald im Dienst der ostbayerischen Bevölkerung und liefert Wasser in bester Qualität. Auch der Anspruch an Ökologie und Ökonomie ist sehr hoch. Mit der Einführung eines nach ISO 50.001 zertifizierten Energiemanagements verpflichtete sich waldwasser den Energieverbrauch sukzessive zu reduzieren. Neben den Einsparungen durch die energetische Optimierung reduzieren sich auch die Kosten für die Stromsteuer, da zertifizierte Betriebe diese bis zu 90 % rückerstattet bekommen (sogenannter Spitzenausgleich StromStG § 9b und 10). Die Zertifizierung ist zudem ein Qualitätsmerkmal für die eigene Marke waldwasser.

Seit 2022 wurde zudem der Fördertopf der Kommunalrichtline komplett neu gestaltet. Ein Pumpenretrofit, der Einbau einer modernen Messinfrastruktur oder die Einführung eines softwaregestützten Energiemanagement sind darüber (auch ohne 50.001 Zertifizierung) förderbar. Mehr erfahren.

Pumpen sind bei Wasserversorgern die wesentlichen Verbraucher. Sie kommen in Brunnen, für die Reinigung oder im Netz zum Einsatz. Der Energieverbrauch kann durch Modernisierung oder hydraulische Optimierung und dem Betrieb im Arbeitspunkt kann der Energieverbrauch sind in jeder Wasserversorgung die wesentlichen Verbraucher.

Energetische Bewertung des Energieverbrauchs

Effizienz der Wasserversorgung

Für die Zertifizierung gilt es zunächst alle relevanten Verbrauchsdaten zu erfassen und zu bewerten.
Bewerten, was heißt das eigentlich?
6.500 MWh Verbrauch allein sagen nicht viel aus – in einem außergewöhnlich warmen Jahr wird natürlich mehr Wasser verbraucht als in einem Jahr mit Durchschnittstemperaturen, gleichzeitig wird auch mehr Strom verbraucht. Beide Größen können also nicht für einen objektiven Vergleich herangezogen werden. Berechnet man allerdings die Energie pro verkaufte Wassermenge erhält man mit der Energieleistungskennzahl (EnPI) einen Wert, der eine energetische Analyse des Verbrauchs ermöglicht. Zeitbereiche wie Monate oder Jahre können so verglichen werden. Nur so kann beurteilt werden, ob das Managementsystem funktioniert und die Wasserversorgung effizienter wird.

EnPI Berichte können mit e-Gem indidviduell zusammengestellt und auf Knopfdruck abgerufen werden. Dritten können die aktuellen Berichte automatisch per Mail oder ftp push zugesendet werden.

Die Erfassung und Aufbereitung der Daten erfolgte zunächst manuell. Verbrauchsdaten wurden aus Zählern, Leitsystemen oder Versorgerrechnungen zusammengetragen und in Excel aufbereitet. Markus Hrda – zuständiger Energiemanager bei waldwasser – investierte jährlich mehrere Wochen allein in die Vorarbeit jeder Rezertifizierung. Neben dem zeitlichen Aufwand waren die manuellen Prozesse fehleranfällig und kompliziert, so dass es schwierig war hier mehrere Personen einzuarbeiten.

„Personell war der Aufwand für einen Wasserversorger unserer Größe enorm“, so Hrda. „Schnell kamen wir zu dem Schluss, dass wir die ständig wiederkehrenden Prozesse in eine Software überführen müssen, damit wir die ISO 50.001 Zertifizierungen nachhaltig umsetzen können.“ Beim manuellen Energiemanagement gibt es zudem das Problem, dass Mehrverbräuche durch technische Defekte, Verschleiß oder andere ungünstige Betriebszustände im laufenden Betrieb zunächst gar nicht erkannt werden. Mit softwaregestütztem Energiemanagement ist es möglich weg von der nachträglichen Analyse der Vorjahresdaten, hin zu einer Online-Überwachung der aktuellen Prozesse umzustellen. Energetische Probleme können so proaktiv erkannt und beseitigt werden.

waldwasser setzte dabei auf die Energiemanagementlösung e-Gem der Firma FlowChief. Die herstelleroffene Plattform ist eine auf die Erfordernisse der Wasserwirtschaft abgestimmte Lösung.

Energiemanagement-Spezialisten der FlowChief GmbH

Wir unterstützen bei der Einrichtung

Zunächst sollte das neue Wasserwerk in Moos auf das System aufgeschaltet werden. Eine gut strukturierte digitale Messtechnik war dort bereits vorhanden. Neben Verbräuchen wurden auch Einflussgrößen wie Temperaturen, Laufzeiten oder Füllstände erfasst. Es wurden mehr als 300 Verbrauchsstellen aufgeschaltet – Zähler ohne Busanbindung wie Gas- oder Heizölzähler werden bei der Handablesung via Tablet direkt im System eingetragen. „Intuitive Eingabemasken mit Plausibilitätskontrollen erleichtern die Eingabe, das reduziert die Fehleranfälligkeit erheblich“, so Tobias Knoll – Projektleiter Energiemanagement bei FlowChief.

Durch die Mehrdimensionalität können mit der Heatmap Auffälligkeiten in der Verbrauchscharakteristik auch über große Zeiträume gut erkannt werden.

In einem weiteren Schritt wurden die Außenbauwerke wie Hochbehälter und Pumpstationen mit angebunden. Wenn möglich wurden dazu die Versorgerdaten des Netzbetreibers per MSCONS-Import automatisiert eingelesen. Diese Daten werden vom Versorger unentgeltlich bereit gestellt, was eine Erfassung der Daten ohne Investition in zusätzliche Messtechnik ermöglicht.
Da es sich beim MSCONS-Import um die abgerechneten Mengen des Versorgers handelt, hat waldwasser zudem die Möglichkeit, die in Rechnung gestellten Verbrauchswerte mit intern emessenen Werten zu vergleichen und Unstimmigkeiten festzustellen.

Erfasste Daten werden in e-Gem in Medien wie Strom, Wasser oder Gas unterteilt. Zudem werden die verschiedenen Zähler hierarchisch geordnet. Es entstehen Energiefluss-Schemen, die sich von der gesamten Organisation zu den einzelnen Standort-Einspeisungen, über die Niederspannungsverteilung, hin zu Anlagen und Aggregaten immer weiter aufgliedern. Die Verteilung der Energieströme wird so transparent und energieintensive Bereiche können einfach identifiziert werden. Mit Sankey- und Bilanzdiagrammen lassen sich diese Ströme veranschaulichen.
Die Analyse kann sowohl auf fixe Zeitspannen in der Vergangenheit (z.B. letztes Jahr) als auch online als Echtzeit-Analysefunktion vorgenommen werden. So wird schnell sichtbar, welche Verbraucher zur momentanen Lastspitze beitragen.

Eine Energiefluss Analyse per Sankey Diagramm ist in Echtzeit – also dem aktuellen Strombezug – als auch auf Archivdaten, z.B. letzte Woche oder Monat möglich. Auch die Aufteilung der Kosten kann visualisiert werden. Die Darstellung kann zur Plausibilisierung des Messkonzepts und zur Identifizierung von Energieverlusten oder signifikanten Energieverbrauchern (SEU) genutzt werden.7

Auch nicht erfasste Energiemengen lassen sich als Restmengen in der Baumstruktur abbilden und analysieren. Die Analyse kann für den in der ISO 50.001 geforderten Nachweis der Qualität und der Verbesserung des Messkonzepts verwendet werden.

Im Flusdiagramm ist eine medienübergreifende Bilanzierung des Energieflusses möglich. Auch das Wassernetz kann damit visualisiert werden und Verbrauchsmengen bilanziert werden.

Unternehmensweiter Zugriff per Webbrowser

Mit aussagekräftigen Dashboards

Wie erhalten nun Energiemanager, technische Mitarbeiter, Buchhaltung oder auch die Betriebsleitung für den in der ISO 50.001 geforderte Management Review transparenten Zugriff auf die für sie notwendigen Daten? e-Gem ist eine native Web-Applikation – der Anwender kann auf jedem Endgerät mit beliebigen Browsern ganz ohne Installation auf die Applikation zugreifen. Jedem User können dabei individuelle Inhalte wie Dashboards, Berichte oder Analysetools bereitgestellt werden. Die Energiemanagement-Software verfügt über ein rollenbasiertes Rechtesystem, so dass jeder Anwender nur die für ihn nötigen Informationen bekommt. Die Benutzerverwaltung kann zudem an eine vorhandene Active-Directory angebunden werden, so dass sich Mitarbeiter mit ihrer Windows-Anmeldung und Single-Sign-On im Browser einloggen können.

Das Dashboard für das Wasserwerk Moos verschafft einen schnellen Überblick über die Verbrauchsdaten der vergangenen Tage.

So wurden bei waldwasser für die verschiedenen Anlagen intuitive Dashboards mit den wesentlichen Informationen angelegt: Technische Mitarbeiter können durch Wirkungsgrade und Kennzahlen sehr effektiv beurteilen, ob die Anlage derzeit effizient betrieben wird. Kaufleute erhalten durch die hinterlegten Tarife Informationen zu derzeitigen Kosten.

Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung stellen

Wie FlowChief die Arbeit für Auditoren leichter macht

Für die Audits zur Rezertifizierung benötigt der Auditor verschiedenste Informationen. Viele Auswertungen wie EnPi- oder SEU-Berichte (Significant Energy Use) wurden als Vorlage direkt in e-Gem abgebildet. Auswertungen können jederzeit über mehrere Jahre abgerufen werden. „Den Auditor haben wir damit sehr beeindruckt“, berichtet Markus Hrda, „wir sparen uns damit sehr viel Zeit und können relevante Informationen auf Knopfdruck abrufen.“

Derzeit wird auch die Trinkwasseraufbereitung Max-Binder in Frauenau aufgeschaltet. „Mit der Unterstützung der Software werden wir weiter an unserem Energieerfassungs-Konzept und an der korrekten Erfassung arbeiten”, so Hrda, „die ISO 50.001 ist so für uns sehr viel einfacher umzusetzen“.

Energie-, Wasserverbrauch und Manpower reduzieren?

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Digitalisierung des Kanalnetzbetriebs in Ulm

Digitalisierung des Kanalnetzbetriebs in Ulm

Fachbericht

Automation Blue 2/2020

Fachbericht

Softwareplattform zur Digitalisierung des Kanalnetzbetriebs

Ganz gleich, wie hoch der Digitalisierungsgrad in der Wasserwirtschaft eingeschätzt wird, am Ende muss doch das Wasser physisch zum Verbraucher gebracht werden und von dort durch das Kanalnetz zur Kläranlage. Trotzdem kann digitale Technik hier einen echten Mehrwert bieten und das Kanalmanagement vereinfachen und effizienter machen. Die Entwässerungsbetriebe der Stadt Ulm (EBU) setzen bei der Digitalisierung ihres Kanalnetzes auf Lösungen von FlowChief.

Maximal flexibel und wirtschaftlich, gleichzeitig herstelleroffen und sicher: Prozesse sind in der Wasser- und Abwasserwirtschaft immer mehr vernetzt und die Anforderungen wachsen weiter. Das gilt auch für das Kanalnetz in Ulm. Als Eigenbetrieb der Stadt planen, bauen und betreiben die EBU zur Abwasserbeseitigung in ihrem 3.026 ha großen Einzugsgebiet ein Netz mit über 600 km Kanal und an die 100 Sonderbauwerken – darunter 16 Pumpwerke und 8 Messschächte sowie 48 Regenüberlaufbecken (RÜB), 24 Regenrückhaltebecken (RRB) und 10 Regenklärbecken (RKB) mit einem Gesamtspeichervolumen von 94.000 m 3 . Das Kanalnetz, bei dem es sich überwiegend um ein Mischwassersystem handelt, führt Schmutzwassermengen von bis zu 150.000 m 3 pro Tag der Zentralkläranlage Steinhäule zu. Nach der Reinigung wird das geklärte Abwasser der Donau zugeleitet.

Offen – sicher – einfach: Die Ansprüche an moderne Prozessleittechnik
Im Jahr 2014 standen die EBU vor der Herausforderung, das in die Jahre gekommene Prozessleitsystem zu erneuern und die gesamte Anlage fit für die Zukunft zu machen. Das alte System war zu störanfällig und kompliziert geworden, die Hardware vor Ort technisch insgesamt nicht mehr zeitgemäß. Die Anforderungen an das neue System wurden von Kanal- und Kläranlagenbetreibern gemeinsam erarbeitet und festgelegt. Das Ziel war ein herstelleroffenes System, das die Einbindung verschiedener Messtechnik und Steuerungslösungen ermöglicht und durch seinen technologischen Aufbau auch in Zukunft dem rasant steigenden Digitalisierungsanspruch standhält. Das System sollte möglichst alle Funktionen für zentrale Leittechnik in einer Software abbilden – von der Überwachung und Steuerung bis hin zur Berichterstellung und Betriebsführung der Anlagen.

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Georg Scholz und Markus Mezger bei der gemeinsamen Analyse eines Einstauereignisses